Tierärztekammer Westfalen-Lippe

Patienten-Info

"Was tun im Notfall? Tierärztlicher Notdienst in Münster"
(PDF-Dokument)

Aktueller Notdienstplan der Kreisstelle Münster

 

Aktuelle Einreisebestimmungen von MSD Tiergesundheit

 

Einheitliche EU-Bestimmungen für die Einreise von Haustieren 

 

Wenn der Hund entlaufen ist …

 

Hund stirbt Hitzetod im Auto (PDF-Dokument) 

 

Sommerzeit - Zeckenzeit (PDF-Dokument) 

 

Artikel, Video, Literatur und Link-Tipps zum Thema „Tiermedizin“ der Fernsehsendung Planet Wissen 

 

SWR Odysso: Der Mensch und sein Haustier 

 

Gebührenordnung - Merkblatt für Tierhalter: Die Bundestierärztekammer e. V. möchte Sie mit diesem Merkblatt darüber informieren, wie Tierärzte ihre Leistungen berechnen: Nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), einer bundeseinheitlichen Rechtsverordnung. (PDF-Dokument) 

 

bpt Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V.: Fragen und Antworten zur tierärztlichen Abrechnung

 

Informationen, Videos und Links zum Thema Haus- und Nutztiere der Fernsehsendung LexiTV 

 

Rat & Tat - Wissen für Herrchen und Frauchen: einfach verständliche und kompetente Informationen zum Nachlesen für Tierbesitzer der LABOKLIN GMBH & CO. 

 

Artikel, Videos, Literatur und Link-Tipps der Fernsehsendung Planet Wissen aus der Rubrik TIER UND MENSCH 

 

Informationsmaterial der Bayer Vital GmbH für Hobbytierhalter zum Download als PDF-Datei oder zum Bestellen zu den Themen: Ektoparasiten, Ergänzungsfuttermittel, Pflegemittel, Reisen mit Tieren etc. 

 

Bundesregierung zum Thema "Tierheilpraktiker" - Kleine Anfrage: "Tierheilpraktiker" - ein Gewerbe ohne bundesrechtliche Vorschriften (Artikel veröffentlicht im DTBl. 8/2007 S. 962 ff.) (PDF-Dokument) 

 

Bundestierärztekammer e. V.: Impfen von Hunden und Katzen – notwendig oder überflüssig? Fragen und Antworten, zusammengestellt für Tierhalter (PDF-Dokument) 

 

Bundestierärztekammer e. V.: Fragen und Antworten: Impfen von Hunden und Katzen (PDF-Dokument) 

 

Tier-Zahnärzteverzeichnis der Deutschen Gesellschaft für Tier-Zahnheilkunde (DGTZ)

 

Tipps für Haustiere an Silvester

 

Gute Schule für den Welpen 
(PDF-Dokument)

 

Informationen von Pro Igel, Verein für integrierten Naturschutz Deutschland e.V.:
Neuerscheinung: "Parasitosen und Mykosen des Igels" auf CD-ROM

http://www.pro-igel.de/literatur_forschung/literatur.html

 

Halterinformationen der Firma Intervet Deutschland GmbH

 

ZDFtivi – pur+ - Hilfe, mein Tier ist krank! 

 

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuen EU-Heimtierpass

 

Neues Landeshundegesetz

 

Informationen zum Landeshundegesetz des Ordnungsamtes der Stadt Münster 

 

Liste der autorisierten Tierärztinnen/Tierärzte der Tierärztekammer Westfalen-Lippe zur Abnahme der Sachkunde gem. § 11 Abs. 3 Hundegesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Landeshundegesetz - LHundG NRW)

 

Fragenkatalog zur Abnahme der Sachkunde

 

Erlass des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW zur Landeshundeverordnung

 

Mikrochip: sichere Identifizierung Ihres Tieres - ein Leben lang
Informationen zur elektronischen Tierkennzeichnung

 

Tierärztlicher Rat für Heimtierbesitzer

 

Mit der Katze zum Tierarzt

 

Zahnprobleme bei Zwergkaninchen 

 

Ansteckender Virushusten des Hundes (sog. "Zwingerhusten")

 

Die Tierärztekammer Westfalen-Lippe rät

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Verfassungsbeschwerde gegen das Bundesgesetz zur Bekämpfung gefährlicher Hunde teilweise erfolgreich
Aktenzeichen: 1 BvR 1778/01
Entscheidung vom 16.03.2004
http://www.bverfg.de/entscheidungen/rs20040316_1bvr177801
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Tierärztlicher Rat für Heimtierbesitzer
... mit dem gesunden Tier zum Tierarzt.
Haben Sie eigentlich schon einmal daran gedacht, mit Ihrem neuen Heimtier zum Tierarzt zu gehen??? Sie haben ein Meerschweinchen oder Kaninchen erworben und machen sich viel Mühe, damit es Ihrem neuen Hausgenossen gut geht.
Haben Sie auch schon daran gedacht, dass es mal krank werden könnte? 
Kleintiere neigen dazu, sehr plötzlich krank zu werden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie möglichst frühzeitig mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens Kontakt aufnehmen und Ihr Tier vorstellen. Er wird Sie nicht nur bezüglich Haltung und Fütterung Ihres Heimtieres beraten, sondern auch die erforderlichen Schutzimpfungen und Behandlungen vornehmen. Der Tierarzt sagt Ihnen auch, auf welche Frühzeichen von Krankheiten Sie besonders achten müssen, damit im Krankheitsfall nicht jede Hilfe zu spät kommt!
Es ist von Vorteil, wenn Sie im Notfall nicht erst im Telefonbuch nach dem nächsten Tierarzt suchen müssen, sondern Wege, Parkplätze und Sprechzeiten genau kennen. Auch für Ihr Kleintier ist es leichter, wenn es den Transport im passenden Behältnis, das Autofahren und die tierärztliche Untersuchung schon kennt, wenn es mal wirklich "ernst" wird!
Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte kurz aufgezählt:
  • Schutzimpfung gegen RHD (sog. "Chinaseuche") und Myxomatose (nur Kaninchen),
  • Kotprobe auf Parasiten untersuchen lassen,
  • Kastration männlicher Tiere bei Gruppenhaltung,
  • Ernährungsberatung,
  • Zahn- und Gebißkontrolle,
  • Krallenschneiden,
  • Beratung über tierartgerechte Unterbringung und Freilandhaltung im Sommer.


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Mit der Katze zum Tierarzt ...
Bitte transportieren Sie Ihre Katze grundsätzlich in einem geschlossenen Transportkorb, notfalls einer Reisetasche!!! Auch wenn Sie meinen, dass Ihre Katze keine Angst vor Hunden hat! Katzen sind Fluchttiere, und die Zahl der bei Tierarztbesuchen in Panik geflohenen und meist verlorenen Katzen ist groß!!!
Bei Erkrankungen im Magen-, Darm- und Genitalbereich bitte eine frische Kot- und Urinprobe mitbringen.
Nachfolgend aufgeführte Krankheitsanzeichen machen einen Tierarztbesuch notwendig:
Mit Katzen ist es nicht anders als mit Hunden, Walen, Mäusen und Menschen: 
Solange ihr Immunsystem, das körpereigene Abwehrsystem intakt ist, hat jede Katze gute Chancen, auch harte Attacken auf ihre Gesundheit zu überstehen. Eine gut ernährte Katze - und das heißt alles andere als fett (!) - schüttelt die Mehrzahl der üblichen Krankheiten schnell wieder ab.
Das Immunsystem der Katze wird allerdings nicht nur durch schwere Schläge wie etwa Infektionen oder Vergiftungen gefordert, sondern häufig auch durch simple Flohstiche. Die wenige Millimeter großen Plagegeister nähren sich vom Katzenblut. Ihr Speichel kann Ekzeme hervorrufen und Allergien auslösen. Aber auch, wenn diese Folgeleiden der Katze erspart bleiben: zu viele Blutsauger schwächen den Organismus und machen ihn damit anfällig für wirklich bedrohliche Krankheiten. - Hier gilt es, mit modernen unschädlichen Medikamenten die Parasitenplage einzudämmen durch regelmäßige Entwurmungen und zeitgemäße Flohprophylaxe und Behandlung.
Eine Katze ist ein hochentwickeltes Säugetier, entsprechend kompliziert und vielfältig sind daher auch die Störungen, eben das, was wir als Krankheit wahrnehmen - oder eben oft auch übersehen! Der Katzenhalter sollte daher seinen Blick für das Erkennen wichtiger Krankheitszeichen schärfen.
Verdächtig sollte jede Veränderung im Verhalten der Katze sein. Katzen schlafen viel und gerne. Wenn sie indes fast nur noch schlafen, sollte das ihrem aufmerksamen Mitbewohner nicht entgehen! Appetitlosigkeit oder übergroßer Durst können ebenfalls frühe Warnsignale sein. Nicht zu übersehen ist auch der sog. Nickhautvorfall: Diese Bindehautfalte ist bei geöffnetem Auge normalerweise fast unsichtbar und schiebt sich erst bei geschlossenem Auge als drittes Augenlid zwischen Lider und Hornhaut. Bedeckt sie ständig Teile des geöffneten Auges, ist das ein Hinweis auf schlechte Körperverfassung. Die Ursachen können sehr vielfältig sein, der Tierarzt wird sich bemühen, sie herauszufinden. 
Stumpfes Fell und erhöhte oder zu niedrige Körpertemperatur (normal sind 38-39 Grad) sollten den Katzenfreund gleichermaßen beunruhigen wie verklebte Nase-, Augen-, Mund- und Afteröffnung. Erbrechen und Durchfall müssen in jedem Fall erst genommen werden. Aufmerksame Beobachter können auch bemerken, wenn sich die Mundschleimhäute untypisch verfärben oder eine aufgeschobene Hautfalte zeltartig stehenbleibt und sich nicht sofort von selbst glättet (verminderte Hautelastizität!). 
Übertreibungen fallen auf:
Eine Katze, die sich ununterbrochen leckt, gibt damit nicht zu verstehen, dass sie sehr hohe Ansprüche an Körperhygiene hat! Ein Tier, das sehr schnell rundlich wird, hat sich wohl in den seltensten Fällen in Rekordzeit einen Wanst angefressen, sondern eine innerliche Veränderung entwickelt!
Häufig sind die ersten Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung weniger deutlich. Wer jedoch mit seiner Katze auf Tuchfühlung lebt, wird auch schwächere Signale wahrnehmen können: Alles, was für den vierbeinigen Mitbewohner untypisch ist, sollte zur genaueren Beobachtung Anlass geben! Katzen haben zum Glück sehr fest Angewohnheiten, so dass Abweichungen im Verhalten einfach auffallen müssen.
Im Zweifelsfall stellen Sie Ihre Katze dem Haustierarzt vor und schildern ihm alle beobachteten Symptome. Wenn Sie sich dazu zuhause auf einem Zettel Notizen machen, stellen Sie sicher, dass nichts vergessen wird. Deshalb sollten Sie auch stets selber mit dem kranken Tier zur Untersuchung kommen und nicht Kinder oder fremde Personen vorbeischicken!.


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Flohsaison
Mit Einbruch der kalten Jahreszeit suchen sich die Flöhe ein warmes Winterquartier und kommen über Ihr Haustier in Ihre Wohnung. Verhindern Sie eine Infestation durch strategische Flohbekämpfung!
Flöhe gehören zu den häufigsten Parasiten bei Hund und Katze. Unsere modernen, zentralgeheizten Wohnungen geben Flöhen die Möglichkeit, sich das ganze Jahr über zu vermehren. Im Lager unserer Haustiere, an ihrem Schlaf- und Ruheplatz, legen die Flohweibchen bis zu 500 Eier ab, aus denen sich die Flohlarven entwickeln. Die Larven ernähren sich von organischen Bestandteilen, vorwiegend von unverdautem Blut, das die Flöhe in großen Mengen als schwarze, krümelige Masse ausscheiden. Dieser Flohkot ist oft das erste Anzeichen einer bevorstehenden Invasion und kann mit einem feinen Flohkamm aus dem Fall befallener Tiere ausgekämmt werden. Auf nassem Papier lässt sich der Flohkot durch seinen Blutgehalt leicht von gewöhnlichem Staub unterscheiden.
Ähnlich einer mikroskopisch kleinen Raupe spinnt sich das letzte Larvenstadium in einen kleinen Kokon, aus dem nach einer Puppenruhe der junge Floh hervorgeht. Von der Eiablage bis zur nächsten Flohgeneration vergehen nur 3 Wochen, wenn sich alle Eier entwickeln, kann es schon durch die Nachkommen eines einzigen Flohweibchens zu einer Flohinvasion kommen!
Flöhe saugen Blut, Flohstiche verursachen lokale Hautreaktionen und erheblichen Juckreiz. Der Flohspeichel kann zu einer Sensibilisierung der Haut führen, so dass bereits wenige Flöhe ein allergisches Flohekzem auszulösen vermögen. Massenbefall führt zu Hautekzem, Abmagerung und Blutarmut. Flöhe sind auch als Überträger des Bandwurmes bedeutsam, weswegen nach der Flohbekämpfung immer eine Bandwurmbehandlung durchgeführt werden sollte.
Woher kommen nun die Flöhe?
Flöhe können gut springen und wechseln von Tier zu Tier oder auf den Menschen. Sie bevorzugen bestimmte Tierarten, können aber auch an allen anderen Warmblütern saugen. Die häufigste Flohart in der Umgebung von Mensch, Hund und Katze ist in Deutschland der Katzenfloh (Ctenocephalides felis). Er befällt aber nicht nur Katzen, sondern ist auch beim Hund die häufigste Flohart. Etwa gleich häufig findet sich bei Hunden der Hundefloh (C. canis) und nicht selten der Igelfloh (A.erinacei). Traurige Berühmtheit hat der Rattenfloh als Überträger der Pest erlangt. Die anpassungsfähigste Art ist der Katzenfloh. Er hat sich aus seiner Heimat, dem Mittelmeerraum, bis nach Skandinavien ausgebreitet. Die konstante Wärme der Häuser und Teppichböden bieten Flöhen ideale Lebensbedingungen
Für die Bekämpfung der Flöhe ist es wichtig, das strategisch und mehrgleisig vorgegangen wird.
Das Abtöten der Flöhe am Tier mit Bad oder Spray ist alleine völlig unwirksam, da die nächste Generation schon im Teppich heranwächst .....!
Deshalb muss neben einer Behandlung mit Sofortwirkung, am besten mit einem Langzeitpräparat im spot-on Verfahren, immer die Umgebung mit in die Behandlung einbezogen werden und der Entwicklung weiterer Flohgenerationen ein wirksamer Riegel vorgeschoben werden. Ihr Tierarzt wird einen auf Ihre spezielle Situation abgestimmten Behandlungsplan aufstellen. 
Verschreibungspflichtige Medikamente für Tiere gibt's nur beim Tierarzt!


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Ihr Hund kommt in die Jahre ...
Je nach Rasse, Erbgut und Lebensweise tritt bei Hunden etwa mit 6 Jahren der Beginn von Alterungserscheinungen auf. Nach aktuellen Untersuchungen sollte man bei Riesenrassen spätestens nach dem 5., bei großen Rassen nach dem 6., und bei allen anderen Rassen spätestens nach dem 7. Lebensjahr mit regelmäßigen gründlichen Kontrolluntersuchungen beginnen, um altersbedingte Erkrankungen und Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.
Tierärzte bieten Ihnen diesen "geriatrischen Check-up", der aus ausführlicher klinischer Untersuchung, Laboruntersuchungen von Blut, Kot und Urin und ggfl. weitere Spezialuntersuchungen (Röntgen, EKG, Ultraschall etc.) besteht, als besondere Leistung an.
Diese Untersuchungen dienen zum einen der frühzeitigen Erkennung von Krankheiten. Bekanntermaßen häufen sich bestimmte Erkrankungen im Alter - ihrer Früherkennung kommt wegen der deutlich nachlassenden Heilkräfte beim älteren Tier eine besondere Bedeutung zu.
Zum anderen werden Ausgangswerte für spätere Untersuchungen oder eintretende Erkrankungen gesammelt und können dann, zum Beispiel bei notwendig werdenden Eingriffen oder Narkosen, eine wertvolle Hilfe sein für die Beurteilung von Organfunktionen oder der Abschätzung des Narkoserisikos. Außerdem hilft Ihnen der Tierarzt, die Lebensbedingungen für Ihren Hund zu optimieren. Durch gesunde Lebensführung und Ernährung lassen sich Alterserscheinungen in ihrem Eintritt verzögern und können in ihrer Ausprägung abgeschwächt werden.
Durch rechtzeitige Erkennung und Behandlung können viele Alterserscheinungen wie z. B. Herz- Kreislaufschwächen, ausgeglichen werden. Mit kompensierender Behandlung bleibt Ihr Hund länger mobil und gesund, nachfolgende Alterserscheinungen lassen sich wirksam verzögern. 
Spätestens bei Auftreten der folgenden Erscheinungen sollten Sie Ihren Hund zur Untersuchung vorstellen:
  • Rückgang der Leistungsfähigkeit / Beweglichkeit,
  • Verhaltensänderungen, Schlafstörungen,
  • Haut- und Fellveränderungen,
  • Gewichtsveränderungen (Zunahme/Abnahme),
  • Vieltrinken/Wenigtrinken,
  • Appetitzunahme/Appetitabnahme,
  • Atemnot, Kurzatmigkeit, vermehrtes Hecheln,
  • Mundgeruch, Erbrechen, Durchfall,
  • örtliche Umfangsvermehrungen und Lahmheiten.
Lassen Sie das alte Tier regelmäßig impfen und entwurmen!


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Zahnprobleme bei Zwergkaninchen ...
Eine Besonderheit der Kaninchen, wie auch der Meerschweinchen, ist das lebenslänglich andauernde Wachstum ihrer Zähne. Natürlicherweise wird dadurch der Abnutzung beim Kauen harter Gräser entgegengewirkt und die Zähne bleiben immer scharf. Wenn aber eine Zahnfehlstellung oder falsch zusammengesetztes Futter nicht die richtige Abnutzung ermöglicht, kommt es zu schwerwiegenden Problemen durch Überwachstum und Hakenbildung! 
Die sogenannten "wurzellosen Zähne" der Nager und Hasenartigen zeichnen sich durch ein kontinuierliches, lebenslanges Weiterwachstum aus. Damit wird, in Abhängigkeit vorn Abrieb durch Abnutzung an Fasern des Futters, für stets scharfe Zähne gesorgt. Das Zahnwachstum ist erheblich: pro Woche wachsen die Zähne beim Kaninchen etwa 1 - 2 mm, das macht 20 mm im Vierteljahr!
Wenn es jedoch, etwa durch eine angeborene Fehlstellung oder durch eine falsch zusammengesetzte Fütterung (mit zu wenig Faseranteil) zu einem Missverhältnis von Zahnwachstum und Zahnabrieb kommt, können sich Form und Richtung der Zähne krankhaft verändern und scharfe Zahnhaken schneiden in Zunge und Backentaschen. Der Schmerz verhindert gründliches Kauen, die Tiere sabbeln und spucken unzerkautes Futter aus. Im Endstadium wird durch Verletzung der Zunge das Schlucken ganz unmöglich, die Tiere magern ab und verhungern schließlich.
Sobald eine Kaustörung festgestellt wird, sollten die Tiere unverzüglich tierzahnärztlich untersucht werden!
Jeder Fastentag schwächt die empfindlichen Tiere und verschlechtert die Aussichten. So muss trotz moderner Behandlungsmethoden durchschnittlich mit etwa 30 % Todesfällen bei zahnkranken Kaninchen gerechnet werden.
Nach neueren Erkenntnissen können auch bei sorgfältiger Untersuchung nur etwa 50 % der vorhandenen Zahnveränderungen am unbetäubten Tier festgestellt werden. Deshalb muss oft eine Untersuchung in Kurznarkose, eventuell in Verbindung mit einer Röntgenaufnahme, durchgeführt werden.
Die Behandlung der fehlgewachsenen Zähne sollte keinesfalls einfach durch "Abkneifen" erfolgen, sondern in Kurznarkose sorgfältig mit der Diamant-Zahnarztfräse durchgeführt werden. Nur so lassen sich langfristige Erfolge erzielen, ohne dass es zu Wurzelentzündungen oder gefährlichen Zahnsplitterungen mit Wurzelvereiterungen kommt. Das Abkneifen ist zudem sehr schmerzhaft und die Tiere werden schnell kopfscheu dadurch!
Wichtig ist, dass die Tiere in einem narkosefähigen Zustand, d. h. vor allem rechtzeitig zur Behandlung kommen!!!
Tiere die nicht mehr fressen können oder schon abgemagert sind, müssen unter Umständen zunächst künstlich ernährt werden und sind als Hochrisikopatienten besonders narkosegefährdet. In besonders schwerwiegenden oder verschleppten Fällen kann es auch erforderlich werden, weiteres Leiden des Tieres durch schmerzlose Tötung (Euthanasie) zu beenden. 
Rechtzeitig behandelte Tiere können durch Korrektur der Fütterung (Heu!!!) und regelmäßige Nachkontrollen oft ein völlig normales Leben führen.


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Ansteckender Virushusten des Hundes (sog. "Zwingerhusten")
Der sogenannte Zwingerhustenkomplex ist eine akut bis chronisch verlaufende Infektionskrankheit der oberen Atemwege beginnend mit einer Rachen- und Kehlkopfentzündung (Laryngitis, Pharyngitis) kommt es zu einer absteigenden Infektion mit Besiedlung der Schleimhäute in Luftröhre und Bronchien (Tracheobronchitis). Neben einer mehr oder weniger bemerkbaren fieberhaften Allgemeinerkrankung kommt es recht schnell zu einem unangenehmen, bellenden Reizhusten, der sehr hartnäckig und langwierig verlaufen kann. 
Verursacht wird dieser Krankheitskomplex durch mehrere Erreger, die sich gegenseitig begünstigen, weshalb man vom ,,Zwingerhustenkomplex" spricht. Mit der Zwingerhaltung hat diese Krankheit zunächst nichts zu tun, vielmehr kennt man die Erkrankung schon lange, besonders aus verseuchten Zuchtzwingern, in denen sich die Erreger festgesetzt haben. Die Behandlung ist sehr aufwendig und verlangt in der Regel intensiven Antibiotikaeinsatz und immunstimulierende Verfahren.
Die verursachenden Erreger sind u.a.:
  • Canines Parainfluenzavirus
  • Canines Adenovirus, Kreuzimmunität mit H.c.c. (Hepatitisvirus)
  • Canine Reo- und Herpesviren
  • BordeteIla bronchiseptica (verwandt mit dem Keuchhustenerreger!)
Wegen der Vielfalt der verursachenden Erreger gibt es auch keinen sicheren Impfschutz vor dieser Erkrankung. Ein Teil der Virushustenerreger wird durch die üblichen Impfstoffe abgedeckt, die zur Jahres-Schutzimpfung der Hunde verwendet werden (SHPPLT, Enduracell - 8 fach). Spezielle zusätzliche Schutzimpfungen schützen vor einzelnen Erregern und können zusätzlich verabreicht werden (Parainfluenza-, Bordetella-Impfstoff).
Leider ist kein auf dem Markt befindlicher Impfstoff in der Lage, vor allen Virushusten-Erregern zu schützen!
Dazu kommt das Problem der lokalen Immunität: Die Impfstoffe, die mit der Impfspritze verabreicht werden, bilden im Blut zirkulierende Abwehrstoffe. Die Eintrittspforte für die Krankheitserreger ist aber die Schleimhaut der oberen Atemwege, in der die schützenden Antikörper aus dem Blut nur in sehr geringer Konzentration vorkommen.
Hier kann nur eine Spezialimpfung helfen, die mit einem Lebendimpfstoff hohe Abwehrbereitschaft in der Schleimhaut der Atemwege (örtliche Immunität) induziert. Leider ist dieser Impfschutz nur gegen Bordetellen gerichtet und hält nicht so lange vor. Dieser Impfstoff wird wie bei einer ,,Schluckimpfung" in die Nase eingeträufelt und entfaltet seine Wirkung innerhalb weniger Tage (Sofortwirkung). Die Immunisierung hat auch eine gewisse unspezifische Schutzwirkung gegen andere Infektionserreger, der Impfschutz hält maximal ein halbes Jahr vor.
Wegen der in letzter Zeit kursierenden Virushusteninfektionen empfiehlt sich die Verwendung von möglichen polyvalenten Impfstoffen (8-fach, 7-fach) zur Jahresimpfung. Zusätzlich brauchen besonders gefährdete Hunde eine spezielle ,,Zwingerhusten" - Lebendimpfung, ebenso Hunde, die besonderen Belastungen ausgesetzt werden wie durch Tierheim- oder Tierpensions- Aufenthalte oder vor Prüfungen und Ausstellungsbesuchen!

 

 

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Die Tierärztekammer Westfalen-Lippe rät 
Wer sich ein Haustier anschaffen will, sollte sich vorher über die Ansprüche, die für das Tier erforderlich sind, informieren. Dafür stehen die praktizierenden Tierärzte zur Verfügung. Sie können auch wichtige Tipps für die Haltung und Pflege geben. Wenn man sich nicht ausreichend über die Eigenarten des Tieres erkundigt, landet der gut gemeinte "Fehlkauf" vor dem nächsten Urlaub oftmals im Tierheim. Dies sollte vermieden werden; denn Tiere sind keine Wegwerfartikel. 
Der Kauf eines Tieres sollte gut überlegt werden. Wenn ein Tier für Kinder angeschafft werden soll, muss das Verhalten der Kinder und der Tiere besonders berücksichtigt werden:
  • Hamster sind nachtaktive Tiere, mit denen erst am Abend gespielt werden kann. Sie sind bis in die späten Nachtstunden in Bewegung. Leben Tier und Kinder in einem Zimmer, kann der Hamster dabei den Schlaf der Kinder stören.
  • Kinder ändern im Laufe der Zeit ihre Interessen. In diesem Fall müssen die Eltern auch bereit sein, sich um das Tier zu kümmern, falls beim Kind das Interesse am Haustier nachlässt.
  • Um den Umgang mit einem Tier kennen zu lernen, können Kinder - nach Absprache mit den Eltern - Tiere für ein paar Tage zur Pflege übernehmen.
Fachbücher können zu Weihnachten ohne Probleme geschenkt werden - auch hier können Tierärzte gute Tipps geben. Die vorhandene Literatur gibt Kindern und Erwachsenen auf unterhaltsame Weise wertvolle Hinweise, ohne dabei belehrend zu wirken. An erwachsene Personen sollten Tiere nur verschenkt werden, wenn sich die Beschenkten einverstanden erklärt haben. Unabhängig von dem, was gerade "In" ist, kann man für jedes Alter den passenden "tierischen Partner" finden.

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Tierärztekammer Westfalen-Lippe · Goebenstr. 50 · 48151 Münster · Telefon: 0251 53594-0 · Telefax: 0251 53594-24 · info@tieraerztekammer-wl.de